Nori und Ayasha

Nori und Ayasha

Samstag, 14. Oktober 2017

HTT 2017

Da wir schon im hohen Norden waren (haben unsere Heizung der Wohnkabine in Mönchengladbach reparieren lassen) ergriffen wir die Gelegenheit am Hannoveraner Tollertreffen teilzunehmen.
Ayasha und ich hatten für die Anfängerklasse gemeldet, die aufgrund der vielen Anmeldungen in zwei Gruppen aufgeteilt wurde. Nori und Petra haben für die Fortgeschrittenenklasse gemeldet. Auf dem Programm stand ein inoffizieller Workingtest oder man könnte es sogar eher ein Dummy Seminar mit Aufgaben nennen, da unsere Richter / Trainer uns mit vielen Erklärungen,  Tipps und Tricks versuchten etwas weiterzubringen. Unsere Gruppe mit ca. 13 Teilnehmer war bei Ernst Führing als Trainer, bei Petra und Nori waren es 9 Teilnehmer bei Herbert Schulze.
 

Bei uns Anfängern war es folgendermassen:
Die erste Aufgabe war eine sehr lange doppelt beschossene Markierung (ca. 100 Meter) genau in Richtung des Hundes in ein etwas höheren Bewuchs geworfen. Weiterhin waren Geländewechsel zu überwinden (eine Sandzunge zog sich von rechts in die Laufrichtung). Die meisten Hunde hatten damit Schwierigkeiten, konnten dann aber beim zweiten Anlauf, von etwas näher das Dummy markieren und bringen.
Ayasha war schon bei der Markierung von etwas halb rechts abgelenkt (ich sah nur im Wind wogendes Gras) – schaute dann wieder in Richtung Markierung – lief auf mein «Go» jedoch zu dem Gras 😉. Ernst lies mich Ayasha zurück rufen, wir setzten sie ab, liefen ein paar Meter nach vorne und mit «Heel» rief ich sie wieder zu meinem Fuss. Dann markierte sie sehr gut und holte das Dummy ohne Probleme.
Ernst erklärte uns nach der Aufgabe, dass diese eigentlich für Anfängerniveau zu schwierig war. Er wollte aber sehen, ob wir Hundeführer ein Korrektursignal anwenden, wann wir es anwenden und wie wir den Hund zurückrufen bzw. wie wir ihn bestätigen wenn er das Dummy heimgebracht hat. Er empfiehlt ein klares, einfaches Korrektursignal anzuwenden sobald der Hund von der Linie abkommt. Weiterhin merkte er noch an, dass alle Kommandos immer (mit einer Ausnahme) mit derselben Lautstärke erfolgen sollten. Es gibt Hundeführer die ein ganz leises Kommando bevorzugen, wenn die Aufgabe einfach erscheint. Das würde aber nur die Erwartungshaltung des Hundes erhöhen, da er sozusagen auf Kohlen auf ein leises gehauchtes Apport wartet. Die Ausnahme ist für ihn bei der Suche um leiser eine etwas nähere Suche und lauter eine etwas tiefere Suche zu signalisieren.
 

Die zweite Aufgabe war ein Memory (welches er vor der ersten Aufgabe schon aufgebaut hatte und nun ca. 1h alt war, daher ggf. auch ein Blind). Hier erklärte er uns vor der Aufgabe, dass wir Hundeführer so nahe bzw. weit weg an das Memory rangehen sollen wie wir meinen, dass der Hund das Dummy noch bekommt.
Ayasha hatte die Stelle noch auf dem Radar und ging ohne Problem zum Dummy und brachte es ohne Kommando zurück (ich hätte allerdings trotzdem den Suchpfiff verwenden sollen um diesen noch zu vertiefen). Ernst sagte mich noch, dass ich für das Kommando Sitz eine Handlungskette hätte (Zungenschnalzen, mit den Finger schnipsen und den Finger heben) – er empfiehlt nur ein einziges Signal.
Nach der Aufgabe war dann wieder die Besprechung. Ernst erklärte uns, dass 11 von 13 Hunden von derselben Stelle gestartet sind und das nicht sein könnte, da die Hunde alle unterschiedlich wären. Es wäre wichtig das Training nicht zu schwer aber auch nicht zu einfach zu machen. Ideal ist an der Leistungsgrenze und wenn es doch mal zu schwer war, macht man die Aufgabe halt entsprechend einfacher. Weiterhin hat er beobachtet, dass viele Hundeführer, wenn der Hund langsam wird mit (falscher) Hoffnung den Suchenpfiff einsetzten obwohl der Wind aus dem Rücken kam. Das ist ein Führerfehler, da der Hund (wenn er auf das Kommando reagiert) an der falschen Stell sucht und keine Chance hat an das Dummy zu kommen. Der Suchenpfiff muss kommen, wenn der Hund Wind von dem Dummy bekommt und der Hund soll soweit in gerader Linie laufen bis dieser kommt. Dass kann man gut aufbauen in dem wir die Entfernung immer länger machen und der Suchenpfiff dann immer zum Erfolg führt. Eine «pushen» mit «Voran» wäre ok, er macht es aber nicht, da er viele Hunde beobachtet hat die dies dann schon nach wenigen Meter erwarten und immer wieder, sozusagen andauernd, bis zum Dummy gepushed werden müssen.
 

Die dritte Aufgabe war eine Gruppenunterordnung. Die Hunde standen (in unterschiedlich grossen Gruppen, je nach Ruhe) in einer Linie und Ernst warf den Hunden Dummies vor die Nase, die sie natürlich nicht arbeiten durften, sondern wir mit dem Hund am Bein einen Schritt nach hinten machen sollten. Dann noch etwas schwieriger kniete sich Ernst vor den Hund, machte das Dummy spannend und wir sollten wieder einen Schritt nach hinten – mit Hund. Ein , zweimal geübt und schon ging es besser. Danach flogen Dummies nach links und rechts und es hiess sich immer mit Hund am Bein in die richtige Richtung zu drehen. Dann wurde, nach dieser Vorbereitung als eigentliche Aufgabe in der Linie nach vorne gelaufen, es flog ein Dummy nach links oder rechts und ein Hund durfte es arbeiten. Ayasha machte das sehr ordentlich, auch wenn wir an der Fussarbeit sicherlich noch arbeiten können.
 

Nach der Mittagspause (es gab feine Würste, Frikadellen und Salate) ginge es mit der vierten Aufgabe weiter. In den selben Gruppen wie bei der dritten Aufgabe hiess es mit dem Hund am Bein bis Ernst stehen blieb zu gehen und rechts hörte man Schüsse und ein Treiben. Der Hund sollte am Bein bleiben, dass Treiben aber durchaus aufmerksam verfolgen. Dann hiess es den Hund abwechselnd in die Suche zu schicken (den Wind hatten wir im Gesicht, daher war die Aufgabe einfach) und uns jeweils zwei Dummies bringen zu lassen. Ayasha lief recht gut frei bei Fuss (viele andere Hunde in unserer Gruppen blieben angeleint), wenn auch nicht perfekt da ein bisschen zu weit vorne und ein bisschen zu weit links wo Ernst ging. Die Suche arbeitete sie sehr schön (das ist eine ihrer grossen Leidenschaften), auch wenn sie beim zweiten Dummy kurz innehielt und vermutlich etwas anderes in der Nase hatte und ich ihr ein Rückpfiff zur Unterstützung gab (bevor sie vielleicht noch tauschte).
In der Nachbesprechung erklärte Ernst uns, dass der Wind beim Aufbau entscheidend ist um die Aufgabe einfacher oder schwieriger zu machen,  ggf. noch die Anzahl Dummies (es lagen viele im Suchgebiet). Die wichtigste Anmerkung war aber, dass das Training Spass machen muss (es ist unser Hobby). Wenn der Hundeführer nicht in Stimmung ist, kann er es gleich bleiben lassen – das kann für den Trainingserfolg mit dem Hund sogar kontraproduktiv sein. Insbesondere gilt Spass haben auch für die Fussarbeit, Unterordnung und Suche. Das scheint vielen Hundeführer schwer zu fallen.
 

Vor der fünften Aufgabe erklärte Ernst uns, dass wenn man als Hundeführer (wenn man alleine trainiert) nicht viel gelaufen ist, war am Training etwas falsch. Als Beispiel das trainieren von «Back» auf Entfernung mit jungen Hunden (nach dem er das grundsätzliche Konzept schon mal verstanden hat). Der Hund wird abgesetzt, ein Dummy wenige Meter von ihm nach vorne geworfen und dann am Bein umgedreht. Nun bleibt der Hund sitzen und der Hundeführer läuft los. Nicht nur 30 Meter oder 50 Meter sondern weiter und weiter (bis über 100 Meter mit der Zeit). Ernst hat einen Spiegel dabei um zu beobachten, falls der Hund in seinem Rücken nicht mehr sitzen bleiben sollte. Es kommt sofort die Korrektur und ggf. wird zurück gegangen und den Hund wieder abgesetzt. Das ist gleichzeitig ein sehr gutes Unterordnungstraining). Da das «Back» eigentlich so einfach ist, klappt es auch sehr schnell aus grosser Entfernung den Hund nach hinten zu schicken. Genau diese Aufgabe war dann unsere Fünfte. Wieder liess er uns Hundeführer selbst entscheiden, wie weit wir vom Hund weggehen wollten. Auf dem Rückweg des Hundes warf Ernst noch schnell ein Dummy nach, so dass die Hunde als zweites Dummy noch ein Blind arbeiten konnte. Auf dem Weg zur Aufgabe fragte Ernst und ob wir das schon trainiert hätten. Ich bejahte, allerdings mit der Einschränkung immer nur auf kurze Distanzen (ca. 10-20 Meter). Er sagte dann ist gut und ich soll mich bis zu dem Hügel dahinten für das «Back» entfernen (ca. 80 Meter Distanz). Gesagt getan, Ayasha blieb schön sitzen ging auf mein «Go» (das ist unser Kommando dafür) sofort zum Dummy, brachte es und auch das Blind holte sie nach kurzer Suche im Wind (diesmal wendete ich den Suchpfiff an) schnell. Hat sie wirklich sehr schön gemacht.
 

Am Schluss vielen wir aus allen Wolken, dass wir in der Bewertung der Aufgaben in unserer Gruppe den ersten Platz  belegt hatten – damit hätten wir nie gerechnet (insbesondere nicht nach der ersten Aufgabe) und freuten uns umso mehr.
 

Der Tag war ausgezeichnet organisiert, die Trainer super, die Stimmung sehr nett und lustig und wir konnten viel lernen. Vielen Dank an alle Organisatoren, Trainer und Helfer. Wenn es sich wieder machen lässt kommen wir gerne wieder.

Bei den Fortgeschrittenen lassen wir lieber folgende Bilder für die Aufgaben sprechen. Nori hat auch sehr schön gearbeitet, ist nie eingesprungen und hat sich von den Schüssen nicht beeindrucken lassen. Nori war bis auf einen kleinen Laut, still, den Petra nicht mal wahr genommen hat.  Er hatte am Anfang mehr Spass mit sich und dem Dummy alleine als es zu Petra zu bringen - Tipp war- wir sollen ihm vor Beginn schon einige Dummies werfen und bringen lassen.




an der Abgabe müssen wir noch arbeiten


Buschieren, sehr interssant


auch Petra hat das Dummy gefunden


so langsam werde ich warm ;o)


keiner hat gesagt, dass ich das Dummy aus dem Korb nicht nehmen darf









Wann geht es weiter?
ich gehe schön Fuss, obwohl es links knallt und ruft.


Schön hier!
Nori und Nori (von Anne)


 Gemütliche Atmosphäre

Siegerehrung
Ich habe wieder ein Dummy gewonnen.


Mîru und Lars haben die Fortgeschrittenen gewonnen.


Gruppenbild auch noch mit Anne und Nori


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