Nori und Ayasha

Nori und Ayasha

Samstag, 8. Oktober 2016

Fährtentraining mit Marcus

Gestern Abend hat Marcus eine SMS geschrieben, ob wir heute vor der Revierarbeit nicht gemeinsam eine paar Fährten legen wollten. Klar wollten wir ;-)
So trafen wir uns um 09.00 h an der Jägerhütte und jeder brachte mit, was er für die Fährten seiner Hunde brauchte. Ich hatte etwas Blut und Käse dabei, damit Marcus uns zwei Schweissfährten legen konnte. Eine kurze mit einem Winkel für Ayasha und eine längere mit mehreren Winkel für Nori.
Für Marcus und Giselle konnte ich mit seinen Fährtenschuhen und Schwarzwild Schalen eine anspruchsvolle Fährte legen. Zunächst war ich von den Fährtenschuhe begeistert. Sie haben analog zu Schneeschuhen ein einfaches Schnallensystem und hinten am Schuh kann man dann eben noch die Wildschalen festschnallen. Super praktisch und mit den Schuhen läuft man dann fast ganz normal (etwas mehr über die Ferse abgerollt - geht aber wirklich gut).
Marcus wollte eine 200-300 Meter lange Fährte, mit zwei Winkel, ohne das für ihn ersichtlich ist wo lang sie geht und alle 10 Meter zur Bestätigung des Hundes ein Stückchen Wurst. Vor und nach den Winkel bat er mich ein klein bisschen kleiner Schritte zu machen.
Den "Anschuss" trat ich in einem kleinen Viereck (ca. 40 auf 40 cm) etwas mit den Fährtenschuhe aus und legte in jede Ecke ein Stück Wurst. Dann ging es entlang dem Bach, durch den Bach und in einem Winkel nach rechts. Hier war ich auf einem Rückepfad, der allerdings nach rechts zog und ich ging gerade aus durch ein paar Brombeeren weiter. Entlang den Hang hoch an einer Geländekante - hier bogen immer wieder Wildwechsel rechts ab und kurz bevor der kommenden "Ecke" im Gelände setzte ich den zweiten Winkel nach rechts. Dann noch 50 Meter und ich markierte das Ende der Fährte. Nun war ich sehr gespannt auf den Abend um zu sehen wie Giselle und Marcus (dich wie ich finde anspruchsvolle) Fährte abarbeiteten.
Als ich zurück war kam auch gerade wieder Marcus von den zwei Schweissfährten und Petra mit den Hunden. 
Nun machten wir noch ein bisschen gemeinsames Basistraining. Fussarbeit, Drehungen mit dem Hund am Fuss und ein bisschen Schussfestigkeitstraining für Ayasha (Marcus hat seine Flinte mitgebracht - Ayasha reagierte kein bisschen auf die immer näher kommenden Schüsse). 
Zum Schluss zeigte uns Marcus noch Place Board Training (https://www.youtube.com/watch?v=9EkJqdv_SfE ). Er hat dafür zwei unterschiedlich grosse Baumstümpfe mitgebracht. Dies ist ein sehr gutes Training um unseren Hunden Steadiness (Bleiben auf dieser Stelle) und Einweisen beizubringen. Giselle als grosse Weimaranerin hatte gerade genug Platz auf den Baumstümpfen - machte das aber unglaublich koordiniert. Auch Ayasha zeigte ich die Übung und die kleine Maus verstand auch sehr schnell, dass sie nun auf dem Holz sitzen bleiben und warten sollte - egal was als Ablenkung an ihr vorbei flog.
Nun waren schon knapp zwei Stunden seit dem Auslegen der kurzen "Ayasha" Fährte vergangen, was als Stehzeit für einen jungen Hund reichte und ich arbeitete mit ihr noch die Fährte ab. Ayasha hatte kein Problem die frische Schweissspur zu finden, arbeitet (vielleicht etwas zu zügig) schön und fand problemlos den Winkel. Marcus meinte, dass dies wohl eher zu einfach für Ayasha war (wir machen also vor allem weiter mit Trittfährten und können bei Schweiss die Schwierigkeit schon erhöhen).
Zu Hause in der kurzen Mittagspause bestellte ich erstmal ein paar dieser Fährtenschuhe ;-) bevor wir einen schönen Nachmittag (allerdings mit etwas Regen) bei der Revierarbeit hatten.
Gegen 18.00h ging es dann an die Fährten für Giselle und Nori. 
Ich zeigte Marcus nur das Gebiet (ca. 30 auf 30 Meter) wo der Anschuss war und die Richtung in die die Fährte dann lang geht. Dann ging er mit Giselle in dieses Gebiet und lies sie selbstänidg den Anschuss suchen. Sie fand dies sehr schnell und ging sofort in die richtige Richtung lost. Schön entlang der Trittfährte, steil in das Bachbett runter und wieder steil hoch (genau da wo ich den Bach querte) - hier musste Marcus kurz den Riemen los lassen um selbst den Bach zu queren (hier wurde dann auch Giselle kurz etwas schneller). Giselle fand genau den 90 Winkel, ignorierte die Rückegasse nach rechts und ging entlang der Fährte durch die Brombeeren (die sie nicht so mag und dort etwas langsamer machte), schnupperte nur kurz an den "Verleitwechsel" nach rechts, korrigierte sich aber sofort wieder selbst. Einzig beim zweiten Winkel nach rechts zog sie die Geländeecke doch weiter (Marcus bat mich ihn zu stoppen, sobald er von der Fährte ist - was hier einmal der Fall war), kam mit der Unterstützung von Marcus gleich wieder zurück und fand auch den zweiten Winkel. Das war sehr beeindruckend zu beobachten und nun wissen wir worauf wir hintrainieren können ;-)
Nori durfte dann seine lange Fährte (mittlerweile ca. 9h Stehzeit) auch abarbeiten. Er hat das in seiner Manier ganz gut gemacht. Zwischendurch immer mal wieder etwas unkonzentriert und dann sind die Verleitungen für ihn zu gross - am Schluss kam auch er an das Ziel und freute sich über den aufgeschnittenen Klöpfer als Belohnung am Schluss der Fährte.
Wir liessen alle (auch mit unseren Jagdkollegen die schon mal das Feuer angeworfen haben) gemeinsam in der Jagdhütte bei gegrillten Würstchen und dem einen oder anderen Bier und vielen Anekdoten diesen Tag gebührend ausklingen. 

Was macht Herrchen da?

Ah jetzt verstehe ich - riecht gut!

Auf, da vorne ist es!!!


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