Nori und Ayasha

Nori und Ayasha

Samstag, 19. September 2015

Brauchbarkeitsprüfung

Heute war es nach gut 4 Monaten Vorbereitung soweit – wir konnten an der Brauchbarkeitsprüfung für Nachsuchen im Schalenwildrevier teilnehmen.
Um 8 trafen wir uns am Wittlinger Parkplatz, in der Nähe von der Burg Rötteln.  Nach einer Ansprache von unserem Kreisjägermeister Dieter Brombacher, dem Obmann Hunde Hans Kramer und einem stimmungsvollen Begrüssung unserer Ausbilder mit dem Jagdhorn ging es auch gleich mit der ersten Gehorsam-Teilprüfung los.
Alle 12 zu prüfenden Gespanne stellten sich mit etwas Abstand auf und beobachteten ein improvisiertes Treiben. Dabei wurde auf Höhe jeden Hundes ein Schrotschuss abgegeben. Nori macht seine Sache hier sehr gut und sass ruhig neben mir und beobachtet das Treiben aus der Entfernung ohne ein Geräusch zu machen.
Danach wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und unsere Gruppe fuhr weiter in das Revier um Holzen, wo wir zuvor auch trainieren durften. Nun ging es um die zentrale Aufgabe dieser Art von Brauchbarkeitsprüfung. Der Übernachtschweissfährte. Gestern Abend wurde hier mit Rehschweiss eine ca. 400 m lang Fährte getropft. Die Fährte hat während ihres Verlaufs zwei rechte Winkel und ein Wundbett. Hier waren wir ziemlich gespannt wie das heute klappen würde. In den vorangegangenen Trainings war Nori zum Teil zu schnell auf der Fährte und hat dadurch die Fährte auch zu leicht verloren. Dafür war es heute Rehschweiss und alle sagten, dass dies noch mal deutlich interessanter als Rinderschweiss für unsere Hunde ist und sie daher konzentrierter arbeiten würden.
Nori blieb sehr schön am Anschuss liegen und wartete ausgezeichnet bis ich den Anfang der Fährte inspiziert hatte. Als ich ihn schliesslich ansaugen lies ging er zunächst auch wunderschön mit tiefer Nase auf der Fährte, aber überraschend langsam. Dann zog er mit tiefer Nase sehr schnell nach links und es war eigentlich recht klar, dass er hier eine Verleitung (man konnte auch einen Wechsel gut erkennen) gefunden hat, da zumindest am Anfang (ca. 60-80m) die Fährten bei der Prüfung geradeaus gehen. Dann nahm er auch die Nase hoch und es war sicher, er hat die Fährte verloren. Also rief ich ihn zurück und setzte ihn noch mal weiter hinten an, wo wir noch gut auf der Fährte waren. Dort wollte er aber zunächst einmal die Prüfer und Petra begrüssen, die hinter uns liefen und hatte keinen Zug mehr die Fährte aufzunehmen. Ermunternde Worte und nachdrückliches „Auf die Fährte“ liessen ihn wieder langsam gehen, aber wieder entlang des (vermutlich) falschen Wechsels. Dieses Mal behielt Nori aber die Nase unten und so gingen wir weiter in diese Richtung und nach 50 m erhielten wir einen sogenannten Abruf. Das heisst der Prüfer holte uns zurück zum letzten Punkt wo wir noch richtig waren. Oha, das bedeutete wir durften nur noch einmal falsch gehen, bevor wir durchfallen würden. Glücklicherweise war dort etwas Schweiss zu sehen und so legte ich Nori nochmals ab und untersuchte die „richtige“ Richtung und so konnte Nori die Fährte auch wieder aufnehmen. Er war heute aber nicht so passioniert auf der richtigen Spur. So mussten wir immer mal wieder ein paar Meter zurückgehen, wenn Nori die Nase hoch nahm und damit signalisierte, dass er den Weg verloren hat (wenn man es selbst macht gilt dies nicht als Abruf). Die Richter hatten genügend Geduld mit uns und schliesslich fanden wir das Reh und die Freude bei Nori und mir war gross.
Die Anschneideprüfung war wiederum kein Problem für Nori. Abgeleint lag er ganz ruhig in der Nähe des Rehs und auch als er uns nicht mehr sah macht er keinerlei Anzeichen, dass er aufstehen und das Reh für sich beanspruchen würde. Das Reh wurde nun geehrt in dem ein Jagdhorn geblasen wurde und Nori (als auch ich) wurde mit einem „Bruch“ ausgezeichnet.
Nun fehlten nur noch die Leinenführigkeit, der allgemeine Gehorsam und die Schussfestigkeit. Dies wurde ziemlich kompakt geprüft. Mit umgehängter lockerer Leine gingen wir Slalom um ein paar Bäume, danach durfte ich Nori schnallen und ihn ca. 30 m voraus schicken (zunächst wollte er mir nicht mehr von der Seite, ging mit zureden aber doch) und nach einem ersten und später einem zweiten Schrotschuss war Nori zwar leicht beeindruckt und blieb etwas steif stehen. Er floh aber nicht und liess sich abrufen und damit war auch dieser Prüfungsteil bestanden und somit ist Nori nun ein brauchbarer Jagdhund für Nachsuchen im Schalenwildrevier. Wir waren sehr stolz auf den kleinen, grossen Mann.
Bei einem gemütlichen Mittagessen im Kreis der Jäger liessen wir dann den Prüfungstag ausklingen.

Naja, den Zweig oder Bruch brauche ich nicht, der piekst!

Na und ist doch nur ein Stück Papier, aber die Aufgaben haben Spass gemacht.