Nori und Ayasha

Nori und Ayasha

Samstag, 19. Juli 2014

Pukaskwa NP - Lake Superior

Da wir am Halfway Lake noch ein kleine Wanderung gemacht haben, sind wir erst um 13.30 Uhr losgefahren und wussten wir wollten heute einige Kilometer zurücklegen ;o) um genau zu sein 475km (klingt nicht viel, aber hier braucht man doch etwas länger als bei uns in Deutschland), nach 400km am Stück, zum Teil über einsame Gravel Road mit sehr wenig Verkehr, dafür den einen oder anderen Elch. Abends um 20.30 Uhr haben wir uns ein paar Meter vom Highway weg einen Platz zum Schlafen gesucht. Keine Sorge, die Strasse ist nicht stark befahren.



Highway so weit das Auge blickt ..


.. und manchmal sogar ein Elch.

Einige Kilometer weiter am nächsten Morgen sind wir nach White River gekommen und da empfing uns ein Schild "Winnie the pooh - wo alles begann". Tatsächlich gab es 1914 einen Leutnant Harry Colebourn, der in White River Tierarzt und für die Kavallerie zuständig war, der einem Trapper ein verwaistes Bärenjunges abgekauft (20 Dollar) und es mit viel Liebe gross gezogen hat. Er hat den Bär Winnie, nach seiner Heimatstadt Winnipeg, getauft und er wurde das Maskottchen der Soldaten. Nach Beendigung seiner Dienstzeit in Kanada nahm er den Bären mit nach England. Als er nach Frankreich musste, hat er den Bären dem Zoo von London in Obhut gegeben und 1919 geschenkt, wo er Jahrzehnte als Publikumsmagnet viele Menschen anlockte. Tatsächlich hat sich ein Junge namens Christopher Robin mit dem Bären angefreundet und ihn mit Honig gefüttert, woraus dann die Geschichte von Winnie the Pooh von A.A. Wilne(Vater von Christopher Robin) entstand :o)


Winnie the Pooh


Wir sind über Marathon (voraussichtlich unsere westlichste Stadt in Kanada,  danach werden wir noch weiter nach Norden fahren, aber uns wieder Richtung Osten orientieren) in den Pukaskwa Nationalpark am Lake Superior gefahren. 
Der Lake Superior hat uns fasziniert. Er ist der grösste Süsswassersee der Erde, so gross wie Österreich (ca. 82'000 qkm), mit einer Länge von 600km und einer Breite von 290km, hat er eine Küstenlinie von 4385km und hält ca. 1/10 des Oberflächen Frischwasser der Welt aus! Wenn man an einem Aussichtspunkt steht und Richtung USA schaut, hat man das Gefühl man steht am Meer. Der See beeinflusst auch deutlich das Klima und kühlt im Sommer die Temperatur deutlich ab (so war es Tags bei unter 20 Grad und einem kalten Wind kühl und Nachts bei ca. 7 Grad fast herbstlich kalt), dafür ist es im Winter nicht ganz so eiskalt wie sonst. Entlang der Küste und Buchten gabe es herrliche kurze Trails die wir gerne entlangschlenderten und immer wieder interessante Tafeln die einem etwas über Fauna und Flora, künstliche Waldbrände, aber auch die Kultur der Ureinwohner erklärten.

Hier gefällt es mir ...
Abendstimmung
und viel schwimmen
viel Küste
und Strand
Am Wasser.
... ich liebe diese Bubbles ...
Ja, ich weiss ich schwimme ja voran


Unser Ofen ..
... und das Resultat.


Sonnenuntergang am Lake Superior



Zu den Anishinaabe Indianer gab es hier ein Camp zu erkunden und ein junger Mann, der Stammesmitglied ist hat uns etwas über die Geschichte seiner Vorfahren erzählt. Hier am Lake Superior war das Sommerlager, das sie zum Fischen (die sie trockneten und räucherten) und zum Beeren sammeln nutzten, während sie im Winter ihr Lager mehr im Norden hatten und dort Caribous und andere Tiere jagten. Er hat uns gezeigt wie zu Beginn die Indianer in Hütten lebten, die vollständig aus Holz (Gestell aus dünnen langen Ästen, zusammengebunden aus feinen Wurzel der Schwarzkiefer und die Ummandelung mit Birkenrinde hergstellt) gebaut waren, was sie an Handarbeiten (z.B. Mokkasins, Stickarbeiten. Körbe ...) machten, wie sie die Felle gegerbt und wofür sie sie verwendet haben. Neben den Ashinaabes gab es auch Stämme der Ojibwes und Algonquin und ihr Handels- und Transportnetz war über den ganzen Kontinent sehr ausgefeilt.
Dieser wunderschöne Nationalpark wäre es sicherlich wert eines Tages zurück zu kommen und hier eine lange Wanderung (es gibt einen 60 km Trail) oder Kanutour entlang der Buchten des Lake Superiors zu unternehmen.

Die Felle riechen aber gut - meine Mutter ist auch eine Anishinaabe
Wigwam
Kochstelle