Nori und Ayasha

Nori und Ayasha

Freitag, 25. Juli 2014

On the Road nach Labrador

Am frühen Mittag sind wir zu unserer längsten Reisestrecke aufgebrochen - Labrador City (laut Navi 1800km, am Schluss waren es 2100km- komisch). Die erste Zeit ging es noch durch Ontario. Wir haben unterwegs in Cotchrane ein deutsches Paar getroffen, die seit 8 Jahren in Kanada LKW fahren, sie haben uns erzählt, dass die Polizei in Ontario sehr streng sei- hmm, bisher hatten wir keine Probleme, nicht mal als wir am Strassenrand angehalten hatten um ein Bild zu schiessen, das einzige Auto das wir im Rückspiegel sahen entpuppte sich als Polizei, der kurz anhielt und den Daumen in die Luft streckte, ob alles o.k. sei und weiter fuhr- hmm, dafür wurden wir auf dieser Stecke innerhalb von 20 Minuten 2mal von der Polizei angehalten - ihnen kam unser Nummernschild komisch vor (das O mit den 2 Punkten- haben sie noch nie gesehen) wir haben uns nett unterhalten, sie haben den Führerschein kontrolliert und uns dann  weiterfahren lassen (die waren nur neugierig ;o)). 
Da wir quer durch ganz Quebec fahren mussten und wir uns nicht lange darin aufhalten wollten, sind wir in der ersten Nacht bis Mitternacht gefahren und haben uns abseits der Schotterpiste in eine Seitenstrasse gestellt und geschlafen. Wir sind 880km (die Strecke war größtenteils sehr einsam und ausser uns waren nicht viel unterwegs) weit gekommen und bei Dunkelheit war es recht anstrengend, da man konzentriert nach Tieren Ausschau halten muss, die evtl. die Strasse überqueren wollten - wir haben nur einen Fuchs und 2 Marder gesehen.   
So sieht es hinter uns aus
Hase und Fuchs sagen sich gute Nacht
Das Auto fährt den ganzen Tag hin und her ...
Scenic Drive

Früh am nächsten Morgen ging es weiter. Wir sind die erste Strecke bis und entlang des St. Lawrence River auf asphaltierten Strassen sehr gut voran gekommen (d.h. ca 90km in der Stunde), teilweise auf wunderschöner Strecke mit Flüssen und Fjord ähnlichen Felsen (Route de Fjorde).
Irgendwann bog die Strasse nach Norden ab und der Trans-Quebec-Labrador-Highway begann (Schild am Straßenrand: nächste Tankstelle in 210km), von da an kamen wir deutlich langsamer voran, obwohl die ersten 150 Kilometer geteert waren, allerdings war es sehr kurvenreich, hügelig und schön anzuschauen. Erstaunt hat uns, dass uns öfters (also alle paar Kilometer ;o)) ein Auto oder LKW entgegen kam, aber keiner in unsere Richtung fuhr. Vielleicht, weil Feierabend war und alle von der Einsamkeit nach Hause fuhren. Heute haben wir 720km geschafft und uns schon um 20.30 Uhr einen Schlafplatz etwas abseits der Piste gesucht.


Sollte also nicht gesperrt sein - auf gehts

Wir haben gerade getankt

Abendstimmung auf der Strasse

Schlafplatz

 So, heute wollten wir auf jede Fall Labrador- City erreichen und wir hatten ja nur noch 400 km. Nach 40km erst mal den Tank noch voll gemacht ("Ort" Manic 5, war ein Motel mit Tankstelle, nächste Tanke in 106km (ein Haus mit einer Tanksäule) oder in 345km - Labrador City) und weiter geht es. Wir hatten hauptsächlich Schotterpiste zu fahren und der Weg war sehr abwechslungsreich. Hier entlang der Strecke sah man einige Gebiete die von Waldbränden betroffen waren, die hier regelrecht gewütet hatten. Es gab auch auf dieser Höhe sehr viele Seen, wir hielten an einem an, der in der Mitte eine riesige Insel hatte, so dass es auf der Karte wie ein Ring aussieht oder als ob die Insel von einem Fluss umflossen wird. Unterwegs haben wir 2 Hasen, ein Stachelschwein und eine "Henne" mit 5 Küken gesehen. Wir erreichten ein Plateau auf ca. 750hm und hier war die Landschaft schon wieder anders, eher schmalere Fichten, nicht so dicht bewachsen, felsige Gebiete und sehr viel Moos und Flechten am Boden. Auf dieser Strecke kamen wir auch an riesigen Staudämmen vorbei (Hydroenergie ist in Kanada sehr wichtig), jedoch auch an einer halben Stadt, die dem Kohleabbau diente. Auf der zum Teil parallel zu Strasse führenden Zugstrecke sahen wir dann auch einen Cargotransport, einen Zug der gefühlt 2km lang war und 100 Waggons mit Kohle hatte. In Labrador City angekommen stellten wir erstmal fest, dass heute der Regatta Day - ein Feiertag ist. Also stellten wir uns für die Nacht vor den Walmart um morgen unsere Lebensmittel wieder aufzustocken.
Wir sind alle froh, dass wir nun wieder gemütlicher reisen können. Nori hat die 3 Tage super mitgemacht, er genoss die kurzen Pausen in denen er frei laufend die Gegend erkunden und auch einmal schwimmen konnte, um danach wieder gemütlich auf dem Rücksitz zu schlafen.


Nach dem Waldbrand

"Downtown" Manic

Staudamm

Gravel Road

Stacheltier

Hühnerfamilie

Lac Manicouagan

Hier könnte ich im Kreis schwimmen ..

Hier könnte man auch eine Weile bleiben ...

Natürliche Kunst

Strassenarbeiten auf der Gravelroad

Ein Gleis ...

.. und der Kohlezug

Angekommen.