Nori und Ayasha

Nori und Ayasha

Sonntag, 4. November 2012

Tollertreffen

Nun war es so weit. Wir konnten am Samstag Morgen um 06.30h in Richtung Berner Oberland zu unserem ersten Tollertreffen aufbrechen. Unsere Vorfreude war gross und ist noch dadurch gesteigert worden, dass nach ein paar Regentagen der Wetterbericht zumindest für Samstag warme Temperaturen und Sonnenschein prognostiziert hat.
Die Anfahrt ging problemlos, auch wenn wir uns kurz bei Luzern verfahren haben, da unser Navi in den dortigen Tunneln den Dienst verweigerte und wir uns vorher die Richtungen so genau nicht angeschaut hatten. Wir schafften es dennoch  mit einer Punktlandung gerade noch rechtzeitig im Urbachtal oberhalb von Innertkirchen anzukommen und konnten die Begrüssung von Marianne, die wir vor ca. einem halben Jahr an einem Workingtest schon einmal getroffen hatten, anhören.
Danach kam direkt einer (von vielen) Highlights dieses Wochenendes. Wir konnten an der "Jagdlichen Grundschule" teilnehmen. Dieser Kurs wird schon seit Jahren regelmässig durchgeführt und wir konnten uns dem Eindruck nicht entziehen, dass sich neben den vielen "Wiederholungstätern" unter den Teilnehmer auch die Kursleiter Jahr für Jahr auf den Termin freuen. Zumindest hat Rudi sowohl die Tollerhunde (zwecks ihrer jagdlichen Leidenschaft) als auch die Tollerführer (zwecks ihres sozialen Miteinander) viele freundliche Worte zugesprochen. Die Anfängergruppe bei Rudi durfte dann zeigen, wie Toller-Mensch-Gespanne der Fährte eines angefahrenen Marders folgen können. Dazu wurde zunächst - eigentlich ohne das es die Hunde sehen - ein toter Mader (tatsächlich Opfer einer Autobegegnung) an einer Leine durch das Gelände gezogen und so eine Schleppfährte gelegt. Das Gespann hatte dann die Aufgabe, das tote Wild zu finden. Dazu sollte der Toller zunächst intensiv und mit Zeit den Geruch aufnehmen (sogenanntes "ansaugen" oder in Rudis Worten "asuuge") und dann zügig aber kontrolliert die Schleppfährte ausarbeiten. Das tote Wild (Schleppstück) soll vom Hund aufgenommen und dem Hundeführer gebracht werden, der diesen dann für seine beeindruckende Leistung ausgiebig belohnt. Es war sehr spannend die vielen Toller-Mensch-Gespanne dabei zu beobachten und jeweils Feedback zu hören, was gut gemacht wurde bzw. was noch verbessert werden kann. Nori war hier der jüngste Toller und ihm hat noch Ruhe gefehlt die Geruchsspur gründlich aufzunehmen. Viel mehr hatte er gesehen in welche Richtung das Schleppwild gezogen wurde und ist wie ein Pfeil in diese Richtung davon und so zunächst über das Ziel hinaus geschossen. Den Mader hat er mit Petras Hilfe dann doch noch gefunden, dieser war ihm aber zu "grusig" um im Fang zu apportieren (das ging den anwesenden Toller- bis auf eine Ausnahme - allen so).
Feedback von Rudi - wo ist der Marder? 
Iiihh, trag du den Marder!







Der zweite Teil der jagdlichen Grundschule war eine Vorführung von Heinz und seinem Münsterländer. Unglaublich spannend zu sehen, wie dieses ausbildete Gespann einer unbekannten Schweissfährte (Fährte mit einigen Blutstropfen) über weite Distanz folgen kann. Finder der Hund das Wild so nimmt er ein "Bringsel" auf beginnt er zwischen Hundeführer und Wild zu pendeln (falls er den Hundeführer nicht sieht) oder den Fund zu verbellen.

Heinz versucht sich zu verstecken
Konzentrierte Vorbereitung
Mittlerweile ist es nahezu heiss in der Sonne und warmen Föhnwind (gefühlte 20 Grad) geworden und alle Zweibeiner freuten sich auf ein kaltes Getränk und feines Mittagessen im Hotel Urweider. Wir kamen leicht zu spät zu dem Mittagessen, da wir zunächst noch unser gemütliches Zimmer im Hotel Hof&Post bezogen und Nori "versorgt" haben. Dies war jedoch kein Problem, wir konnten unsere Essensbons noch an der Theke beziehen und haben uns zu Maike&Stephan gesetzt, die noch Platz an ihrem Tisch hatten und auch erst bei der Vorspeise angekommen sind. Das war eine schöne Fügung, da wir schon nach wenigen Minuten in einem interessanten Gespräch mit Ihnen vertieft waren und es sicherlich nicht das letzte Mal war, dass wir sie getroffen haben.
Am Nachmittag haben wir uns für einen Vortrag "Amichien Bonding" von Sandra Stettler angemeldet. Das war eigentlich eine kleine Panne von uns Tollertreffen-Newbies, da wir bei der Anmeldung nicht mitbekommen hatten, dass am Nachmittag auch der Plauschparcours als Highlight auf dem Programm stand. Der Vortrag war trotzdem interessant und engagiert von Sandra vorgetragen. Viele der vorgestellten und empfohlenen Verhaltensempfehlungen im Umgang mit Hunden waren plausibel und hat man so oder so ähnlich auch schon einmal gelesen/gehört. Ein paar der Theorien schienen mir jedoch mittlerweile schon wieder etwas von neueren Erkenntnissen (siehe z.B. "Wölfisch für Hundehalter von G. Bloch und E. Radinger) "überholt" zu sein und mir persönlich gefällt diese Vorstellung eines familienorientierten Sozialverbandes unter der Regie von Leitwölfen auch besser als die strenger hierarchische Rudelführer Theorie.
Auch in Innertkirchen war schönstes Wetter, da hier aber eine steife Briese wehte entschlossen wir uns kurzfristig noch einmal in das windstille Urbachtal, für einen gemütlichen Spaziergang in dieser wunderschönen Umgebung, hochzufahren.

Abendstimmung im Urbachtal
Der Tag klang dann noch mit dem Besuch der Toller Boutique, der Plauschparcours Siegerehrung (Yonina bekam noch als vergessene Siegerin des Vorjahres einen Ehrenpreis), einer Wein- und Käse Degustation, einem feinen Abendessen und vielen tollen Gesprächen aus. So haben wir an diese Abend neben einem schönen Abschuss in unserer "Tollerfamilie" (Nicole, Tinu, Judith) auch viel spannendes von Ursina und Urs und ihrer neuen Zuchtstätte (Redfirefox) erfahren und mit Stefan&Chris uns über ihren auch etwa 7 Monate alten Toller (Luka) ausgetauscht.
Der nächste Tag brachte besseres Wetter als vorhergesagt, eine wolkenlose Dämmerung - die wir mit Nori an der Aare genossen - und das nächste Highlight des Wochenendes. Die Wanderung im Urbachtal mit allen Tollern. Gemeldet waren ¨über 110 dieser "roten Füchse" (und es waren noch ein paar mehr), die gemeinsam tobend, aber ohne Aggressionen das Urbachtal entlang der Urbachwasser hinunter tollten. Nori hatte riesige Freude und keinerlei Sorgen. Er rannte regelmässig weit voran und störte sich nicht daran den Blickkontakt zu uns zu verlieren (wir haben uns hier sicherlich mehr "Sorgen" gemacht als er). Er sprang, hüpfte, planschte und rannte mit vielen anderen Tollern (und insbesondere seinem Bruder Rik) um die Wette. Gut das die Welpen weiterhin eine sehr starke Bindung zu Nicole haben und sie regelmässig besuchten.


1,2,3 ...110,111 Toller .....
Nori, Nala, Rik und Nia
Nala hat den Ueberblick


Maike, ihre zwei Toller und Nori








Die Wanderung wurde mit einem gemeinsamen Tee, Wein und Raclett Brot an einer der Almhütten beschlossen.
Mit Maike&Stephan und ihren 4 Hunden (zwei Toller und zwei "Schwarzen", wir denken Belgische Schäferhunde) sind wir danach bei nahezu spätsommerlichen Temperaturen den Weg wieder zurück zu unseren Autos gelaufen und hatten ein gemütliches Abschlussmittagessen.
Ein kleiner Spaziergang an der Aare rundete dieses beeindruckende Wochenende ab und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.